Mittwoch, September 05, 2012

Geld oder Leben?

Was ich auf der dOCUMENTA (13) am 20.8. (zu Gast bei der Veranstaltungsreihe "Winning Hearts and Minds" des Critical Art Ensemble) so plakativ in den Raum gestellt habe, wirft zurecht Fragen auf. Kann man von "Werten" leben? Funktioniert eine Gesellschaft ohne Geld? Sind neue Währungen, die ich propagiert habe - "Teilen, Tauschen, Schenken, Selbermachen" nicht in Wahrheit ein alter Hut? Ist Geld nicht unverzichtbar als Wertaufbewahrungs- und Tauschmittel? 

Naja, wenn ein Porsche-Vorstand 60.000 Euro die Stunde verdient und gleichzeitig über einen Mindestlohn diskutiert wird, ist das auch plakativ, aber - wie ich finde - wesentlich fragwürdiger als sich ein Leben mit Währungen vorzustellen, die im jetzigen "System 1" (Christoph Schlingensief) komplementär zu Geld existieren können und sehr ausbaufähig sind.

Einige Anregungen und Gedanken zu bisherigen und künftigen Währungen:
Bedingungsloses Grundeinkommen oder auch nicht - ein Blog auch mit kontroversen Standpunkten.
Bandbreitenmodell - eine Alternative, eher auf dem jetzigen Wirtschaftsmodell beruhend, protektionistisch?
Ein Seminar an der evangelischen Akademie Tutzing zum Thema Do-it-Yourself-Kulturen

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber ich werde mich weiter wiederholen, so wie es Plakate, Anzeigen, Werbebriefe, TV- und Kinospots, sogenannte Virale und Guerilla-Marketing-Kampagnen neuerdings tun, wenn es um "kauf dies, kauf das, kauf einfach irgendwas" tun. Teilen, Tauschen, Schenken, Selbermachen sind in der jetzigen Überflussgesellschaft ein Wegweiser. Regionalwährungen ergänzen diese Kulturen sinnvoll. Lernen wir es jetzt, wenn wir die Ruhe dazu haben und nicht erst, wenn Panik wegen eines schwarzen Freitags, einer montaglichen Währungsreform oder einem anderen Ereignis ausbricht.