Mittwoch, Februar 22, 2012

Vorsorge für den Krisenfall

Muss ich vorsorgen? Und wenn ja wie?

Reduzieren Sie Ihre Erwerbsarbeitszeit...



  • Nutzen Sie staatliche Informationsangebote und lernen Sie die Gesetzeslage kennen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat dazu eine Broschüre herausgegeben, die Sie als PDF herunterladen können. Wegen der Steuerprogression sinkt Ihr Einkommen geringer als Ihre Arbeitszeit, d.h. Sie bekommen sogar mehr pro Stunde!
  • Eine weitere Möglichkeit ist das Sabbatjahr. Sie arbeiten z.B. drei Jahre Ihre volle Arbeitszeit zu drei Viertel des Gehalts und nehmen das vierte Jahr eine Auszeit bei voller Lohnfortzahlung. Beliebt bei Lehrern, möglich aber auch in anderen Berufsfeldern.

...und lernen Sie dafür Nützliches wie Gärtnern, Werken und Improvisieren


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Halten, reaktivieren und knüpfen Sie Kontakt zu Freunden, Verwandten und Nachbarn

  • Nutzen Sie Ihr Smartphone für sinnvolle Dinge. Rufen Sie einmal pro Woche jemanden an, den Sie mögen, wo seit dem letzten Kontakt aber schon (zu) viel Zeit vergangen ist. Und wenn das Telefonat nicht reicht, verabreden Sie sich zum Mittagessen, Kaffee, Tee...

Engagieren Sie sich in Nachbarschaftshilfe, Freiwilligenagenturen, Katastrophenschutz


  • Seien Sie aufmerksam, wenn jemand Hilfe brauchen könnte. Fragen Sie einfach, man wird es Ihnen danken, auch wenn Ihr Hilfsangebot abgelehnt wird. In vielen Städten gibt es Freiwilligenagenturen, die vielfältige Tätigkeiten vermitteln (www.bagfa.de, oder eine Art Nachfolger für den ehemaligen Zivildienst: www.bundesfreiwilligendienst.de). Über Nachwuchs freuen sich auch die Freiwilligen Feuerwehren oder das Technische Hilfswerk THW (www.thw.de). Sie lernen hier einiges, was Ihnen in Katastrophen- und Krisensituationen weiterhelfen wird.

Lernen Sie eine Fremdsprache und Kommunikationstechniken 

  • Die Welt ist voller Möglichkeiten: Volkshochschulen bieten zahlreiche Sprachkurse an. Türkisch, Italienisch, Chinesisch, Russisch. Es ist nie verkehrt, Grundkenntnisse parat zu haben, wenn man Menschen aus anderen Ländern in der eigenen Nachbarschaft näher kennen lernen möchte. Viele Zuwanderer stammen aus wesentlich ärmeren Verhältnissen und sind krisenerprobter als wir. Auch Bildungsurlaub ist eine sehr gute Möglichkeit, sich fort- und weiterzubilden (www.bildungsurlaub.de). 
  • Wenn es Sie in die Öffentlichkeit treibt: Besuchen Sie ein Rhetorikseminar oder gehen zu den Toastmasters, um die Kunst der freien Rede zu lernen und zu üben.
 

Statten Sie sich für Notfälle aus: Bargeld, Dokumente, Notfallgepäck, Lebensmittelvorrat

  • Legen Sie Vorräte für mindestens zwei Wochen an - so lautet die Empfehlung des Bundesinnenministeriums. Stocken Sie - nicht auf einmal, aber kontinuierlich - Ihre Vorräte an Nahrungsmittel und Waren des täglichen Bedarfs (Hygieneartikel etc.) auf. Das hört sich jetzt vielleicht übertrieben an, aber bedenken Sie: Eine Katastrophe (Unwetter, Chemie- oder Atomunfall) ist auch in Mitteleuropa nicht auszuschließen, und selbst wenn sie woanders stattfindet, kann es sein, dass wir davon betroffen sind. Grund ist, dass wir zwar heute vom weltweiten Warenverkehr profitieren, davon aber auch abhängig sind wie selten zuvor. Ein Supermarkt schlägt manche Waren innerhalb eines Tages um, und wenn eine Lieferung im großen Umfang ausfällt, klafft an dieser Stelle ein großes Loch im Regal und Sie haben nichts zu essen. Wenn zudem eine Panik ausbricht, kommt es zu Hamsterkäufen, und die Märkte sind noch schneller leer - sicher sind Ihnen noch die Bilder aus dem Hightech-Land Japan nach der Fukushima-Katastrophe in Erinnerung.
  • Empfehlungen zur Vorratshaltung finden Sie auch auf den Webseiten der Verbraucherschutzministerium des Bundes und der Länder (www.ernaehrungsvorsorge.de). Hier ein paar Tipps zur Ergänzung: Kaufen Sie lang haltbare Artikel wie Honig, Reis, Nudeln, Getreide, Konserven, getrocknete oder anders haltbar gemachte Artikel. Auch gut verpacktes Schwarzbrot ist oft ein halbes Jahr haltbar. Verbrauchen Sie Ihren Vorrat und füllen ihn immer wieder auf. Kaufen Sie aber nichts, was Sie auch in normalen Zeiten essen würden. Denken Sie daran, Ihre Vorräte auch verarbeiten zu können. Vielleicht legt die Nachbarschaft für eine Getreidemühle zusammen. Auch die Anschaffung eines leistungsfähigen Campingas-Kochers und Gasflaschen ist kein Fehler. Wenn Sie darauf setzen wollen, sind Genussmittel wie Schnaps, Kaffee und Schokolade auch keine Fehlinvestition für einen möglicherweise blühenden Tauschhandel.
  • Verwahren Sie Ihre persönlichen Dokumente in Sicherheit. Scannen oder kopieren Sie sie und verwahren den Datenspeicher bzw. die Kopien an einem sicheren Ort, am besten einmal in, einmal außerhalb Ihrer Wohnung.
  • Denken Sie über die Anschaffung eines Wasserfilters nach. Für den Haushalt ist das nie verkehrt, denn unsere Wasserwerke liefern zwar "sauberes" Trinkwasser, aber: was sich auf dem Leitungsweg an Keimen und Verunreinigungen abspielt, kontrolliert keiner - und: Wasserwerke kontrollieren nur 50 potenzielle Schadstoffe. Medikamentenrückstände und weitere gesundheitsgefährdende Stoffe werden nicht kontrolliert. Die können Sie mit guten Wasserfiltern (nicht die Kannen mit Einsatz, sondern fest installierten Aktivkohle-Filtern z.B. von carbonit) reinigen. Einfache Modelle kosten nicht viel mehr als 100 Euro. Wer's mag, kann sein Wasser auch völlig reinigen und sich eine kleine Osmoseanlage kaufen. Die gibt's ab ca. 800 Euro und filtert wirklich alles. Nachteil: Um einen Liter Trinkwasser zu gewinnen, werden 2-3 Liter ins Abwasser gespült.

Ist Ihnen das alles zu viel? Dann wandern Sie aus in ein Land, das als krisensicher gilt. Panama zum Beispiel. Oder in ein Land, wo Sie ohnehin mit weniger als hier zu Lande auskommen müssen - da ist die Auswahl groß, denn das ist eindeutig die Mehrzahl der Länder auf dieser Erde. Oder in ein Land, das schon eine oder mehrere Krisen hinter sich hat, wie z.B. Argentinien. Aussteigertipps finden Sie hier.