Dienstag, Dezember 06, 2011

Euro, Krise, Zukunft

Wie geht es weiter?
Der Euro bleibt oder geht. Aber es geht so nicht weiter. Unser System wird sich bald bald "by desaster" ändern, d.h. wegen des Zusammenbruchs der Marktwirtschaft wie wir sie kennen. Zusätzlich haben wir die Chance, die nötigen Änderungen "by design" mitzugestalten. Ansätze und gute Beispiele gibt es zuhauf. Weltweit. Einige Beispiele:
1. Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle (wird in Deutschland vom Netzwerk Grundeinkommen, von Sascha Liebermann und von Götz Werner als drei der prominentesten Vertreter propagiert. Götz Werner hat die dm-Drogeriemarktkette groß gemacht. Wer einen seiner Vorträge gehört hat oder eines seiner Bücher gelesen, wird herausgefordert. Damit einher geht das Umschalten von einem System, das den...
2. Verbrauch statt das Einkommen besteuert. Auch von Götz Werner sehr gut aufgearbeitet und fundiert mit Zahlen belegt: Würden wir unsere Produktivität komplett nutzen, hätten wir über 30% Arbeitslose (Stand 1990). Hätten wir keine Lohn- und Einkommenssteuer, hätten wir allseits sinkende oder gleich bleibende Preise, selbst bei wesentlich höherer Mehrwertsteuer. Wir wären noch stärker im Export, würden aber auch unsere Binnenwirtschaft fördern.

wird fortgesetzt: Als nächstes lesen Sie etwas zu alternativen Währungen...

Suffizienz, Effizienz, Energieversorgung, Faktor 4

Schließlich geht es noch um Effizienz und Suffizienz: D.h. wir verbrauchen weniger Rohstoffe und Energie dank des technischen Fortschritts (Effizienz) und dank unserer "neuen Genügsamkeit" (Suffizienz), d.h. wir sehen ein, dass wir einfach nicht so viel brauchen, um glücklich zu sein.


So muss 7. das noch weiter verfolgt werden, was dank der äußerst wandlungsfähigen Bundeskanzlerin spät aber nicht viel zu spät eingeleitet wurde: Der Wandel der Energieversorgung hin zu noch mehr Effizienz, weniger Verbrauch und Deckung des restlichen Verbrauchs aus erneuerbaren Quellen. Mindestlöhne. Transaktionssteuer. Alles Forderungen, die es schon lange gibt.


Und jetzt werden sie nicht "by design", sondern "by desaster" versucht zu implementieren. Von der Gefolgschaft in Form von alten Männern in Politik, Unternehmerkreisen und Verwaltung. Deren Dilemma: sie haben keine Ahnung von all dem, weil sie sich nie ernsthaft damit beschäftigt haben. Deshalb holt man sich ganz junge Beratermenschen, die vielleicht auswendig gelerntes und angelesenes "Expertenwissen" aber letztlich nicht viel schlauer sind, weil sie keine Erfahrung damit haben. Zum Glück gibt es Ausnahmen. Hoffen wir auf deren Durchsetzungskraft.


Zum guten Schluss: Jemand muss jetzt aufräumen. Damit das nicht ein paar Halbwissende mit der heißen Nadel stricken - oder noch schlimmer eine durchgeknallte Diktatorenclique oder der RTL2-Krawallmob das oder etwas ganz Anderes versuchen, müssen wir 'ran, liebe Freundinnen und Freunde. Macht was ihr für richtig haltet und mischt euch ein. Es bleibt spannend.

Demnächst stelle ich vor, was man tun kann, um für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein und wie es wohl weitergehen kann. Einen großes Informationsangebot findet man auch hier:




Wirtschaftskrise, Finanzkrise, Chancen, Postwachstums-Ökonomie, Selbstversorgung

Wie kann ein künftiges Wirtschaftssystem noch aussehen? 5. Wirtschaft ohne Wachstum. Wir geben unseren Wachstumswahn ganz gelassen auf. Eine These, die z. B. von Professor Niko Paech vertreten wird. 

Denn wie viel Handys, Fernseher, Fortbewegungsmittel, Dekoschnickschnack und Schuhe brauchen wir denn? Sicher nicht so viel wie viele von uns besitzen. Gut Leben statt Viel Haben - das wäre doch was, oder? Wenn wir nur halb so viel brauchen, müssen wir auch nur halb so viel arbeiten und werden kaum auf unser jetziges Komfortniveau verzichten müssen. Im Mittelpunkt sollte eher stehen, dass möglichst viele daran teilhaben können (siehe 1.). Wenn wir nur noch 20 statt 40 Stunden für Geld arbeiten, haben wir mehr Zeit für Sinnvolles, wofür heute der Feierabend draufgeht: Gesundheitspflege, Sport, Ehrenamt, Familie oder informative Webseiten wie diese hier schreiben. Vorgemacht hat das auch jemand "by desaster", und zwar Fritjof Bergmann aus Detroit, als dort in den 80er Jahren ein beispielloser Niedergang der Automobilindustrie die Stadt in den Abgrund riss.
Am wichtigsten ist es aber, dass wir uns von der Wahnsinns-Logistik unabhängig machen, die unsere Grundversorgung gefährdet (und natürlich unser Klima durcheinander bringt). Im Supermarkt ist es oft schwieriger, Heimisches zu finden als Exotisches. Ein Ausweg ist die...
6. Selbstversorgung in der Stadt: In Großstädten boomt die Kleingartenwirtschaft. Alten Kleingärtnern fällt die Nachwuchssuche nicht schwer, junge Familie mit Kindern aber ohne viel Garten - kein Wunder bei den Immobilienpreisen - wollen ein eigenes Stückchen Natur in der Stadt besitzen. Andere nutzen die Angebote von Landwirten (Meine Ernte in verschiedenen Städten, Gartenglück in Köln - in Österreich ist das alles ein alter Hut), die ihr Feld als "Einfamilien-Parzellen" verpachten. Auf ca. 50 qm bekommt man so von Juni bis November eine Familie mit Gemüse satt, und Spaß macht's obendrein. Einen Schritt weiter gedacht: "Urban Gardening" ist an vielen weiteren Stellen möglich. Wenn Gartenämter auf öffentlichen Grünflächen Nutz- statt Ziergehölz anbauen, sind wir einen Schritt weiter zur essbaren Stadt - ein schönes Beispiel für Eigeninitative.



Krise, Chance, Alternativwährung, Tauschringe

Fortsetzung Krise und Chancen: Welche Währungsalternativen gibt es?
3. Tauschringe, bei denen Talente - egal ob Auto reparieren oder Unternehmen beraten, Kinder hüten oder Haare schneiden - weitgehend nach Zeit verrechnet werden und nicht nach dem, was in der jeweiligen Berufsgruppe auf dem Gehaltszettel steht. Gibt es in vielen Städten und auch online.
4. Alternative Regionalwährungen, mit denen die regionale Wirtschaft gefördert wird. Der Chiemgauer ist dafür ein Beispiel mit achtjähriger Erfolgsgeschichte. Man kann den Chiemgauer nicht verzinsen, sondern er verliert jedes Quartal um 2% an Wert. Das sichert den Umlauf und schützt vor Finanzspekulationen, die uns die gegenwärtige Situation gebracht haben.


Die nächste grundlegende Frage ist, ob unser Wirtschaftssystem, das auf Zins und Wachstum basiert, überhaupt zu halten ist.